Nachtrag II – Zeit für einen Flächenbrand


Erschreckenderweise habe ich in den letzten drei Tagen Klicks gesammelt wie andere Panini-Bildchen. Danke dafür!

Blog sei Dank kam ein netter Kontakt mit Hermes zustande. Natascha rief mich noch gestern gegen 20.22 Uhr an. Das ganze Chaos täte ihr leid, ich würde mein Paket „morgen“ noch bekommen – zur Not von ihr persönlich. Große Worte – ich hab’s geglaubt. Clou an der Sache: Das Paket hätte nie in einem Paket-Shop landen können/dürfen/sollen, das erlaubt O2 nämlich gar nicht. Das hat mir weder die Alpengöttin am Donnerstag, noch die Zaubermaus am Montag oder Prinzessin Valium am Dienstag gesagt. Bäm! Natascha aka ich-zieh-alle-Hebel wollte sich am nächsten Tag melden. Gegen 8:30 tat sie das auch (hey, derbe Arbeitszeiten). Lange rede kurzer Sinn, Paket da, Entschädigung gibt’s auch, Maddi zufrieden. Natascha ist meine Heldin des Jahres, ich bin wieder mit Hermes versöhnt. Und jetzt kann ich euch nur eins sagen:

 

Es ist so wunderschön!!!

Nachtrag – Zeit für einen Flächenbrand


Nachdem Hermes auch heute wieder besonders sorgfältig auf mein Paket achtet („Die Sendung wird in der Hermes Niederlassung Hamburg aufbewahrt“), habe ich mir telefonisch erneut Luft gemacht. Mal so unter uns – jemand der stottert und einen Fünf-Wort-Satz in nur 2 Minuten schafft, gehört nicht unbedingt in die Kundenbetreuung – nichts für ungut. Seit Donnerstag ist mein Paket nun also in Hamburg. Mein Auftrag „in der Klärung“. Die Klärung erfolgte natürlich auch schon Donnerstag. Dennoch, so versicherte man mir, gibt es keinen „Lieferauftrag“, der wurde einfach noch nicht erstellt, morgen aber ganz bestimmt. Ich fiebere also dem morgigen Tag entgegen. Ab 16 Uhr soll es soweit sein. Ich bin gespannt.

PS: Liebe Natascha, bei aller Liebe. Das mag jetzt vielleicht wie guter Kundensupport aussehen, aber meine Kontaktdaten sind hier hinterlegt. Kontaktieren Sie mich, wenn Sie daran interessiert sind mir zu helfen!

Zeit für einen Flächenbrand


Man gönnt sich ja sonst nichts. Ich zumindest nicht. Doch nun wollte ich mir tatsächlich mal einen Wunsch erfüllen. Überteuert, unnütz, aber definitiv mit dem haben-will-Faktor. Ich habe mir ein neues Handy bestellt. Einen Monat hab ich drauf gelauert, dass es endlich im Onlineshop verfügbar ist – in einen richtigen Laden geh ich ja nicht, da sind Menschen. Ich also täglich in diesen Shop geguckt, den Support genervt. Wann nur, WANN??? Dann kam der Tag. Dienstag. Ratzfatz bestellt, Trackingnummer bekommen und der Kontrollwahn nahm seinen Lauf. Meine F5-Taste ist nunmehr ausgelutscht wie nichts. Dann der Moment: „Die Sendung befindet sich in der Zustellung.“ Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich in meiner eiligen Standardverplantheit wieder einen epochalen Fehler in der Zeitplanung gemacht habe. Paket muss persönlich entgegengenommen werden und ich sitz im Büro. Prima. Diverse Szenarien im Kopf durchgespielt. Paketshop, erneute Zustellung, Rücksendung. Bam. Der Augenblick der das Traumschloss zum Einstürzen brachte: „Die angegebene Anschrift konnte nicht gefunden werden.“ Bitte??? Umgehend die Nummer gegen Kummer gewählt. „Grüß Gott“ – toll, in Bayern gelandet, nächster Tiefschlag. Kurzes Gezeter meinerseits, bockige Reaktion aus der Alpenregion, einen Moment Stille, dann die Lösung: Montag, ab 16 Uhr im Hermesshop abholbar. Gut. Das heißt, nicht gut. Fünf Tage erneutes Warten. Montag erneute Kontrolle des Versandstatus. „Die Sendung wird in der Hermes Niederlassung Hamburg aufbewahrt.“ Was soll die da? Erneuter Anruf bei der Dirndl-Fraktion. „Ihre Bestellung befindet sich noch in der Klärung, ich weiß auch nicht, wann das hier raus geht.“ Was gibt es da noch zu klären? Fazit: Ich habe mein Handy noch immer nicht. Vielleicht morgen, bestimmt übermorgen, mit ziemlicher Gewissheit Donnerstag, Freitag aber bestimmt. Wenn das nichts wird, dann hoffentlich nächste Woche. Ja, Hermes, richtig geraten, das find ich so richtig gut. So gut, dass ich nie wieder etwas bestelle, das ihr liefert. Auf wiedersehen OTTO und Co. Fuck you Hermes!

Die Mär vom erhobenen Zeigefinger


Willkommen im Jahr 2011.

Willkommen in der Generation, die zu allem eine Meinung hat, die alles besser weiß und die es jederzeit jedem sagt.

Willkommen Eltern, die ihr euren Kindern nur pädagogisch wertvolles Holzspielzeug zum spielen gebt, aber mit dem Zwerg an der Hand über eine rote Ampel lauft.
Willkommen geistig offene Hipster-Jugend, die gegen Rassismus wettert, aber bei der Frage „iPhone oder Android“ schon geistig einen Scheiterhaufen baut.
Willkommen Bioladenkundschaft, die ihr nur Brot kauft, dass fair gehandelt wurde, aber Klamotten kauft, die garantiert von indischen Kindern mit traurigen Augen genäht wurden.
Willkommen „aber in Afrika verhungern Kinder“-Sager, die ihr beim Zähne putzen das Wasser laufen lasst, obwohl verdursten viel schneller geht als verhungern.
Willkommen Privatsphäre-Schützer, die ihr soziale Netzwerke verteufelt, aber eure Lebensgeschichte telefonisch der ganzen vollbesetzten Bahn erzählt.
Willkommen militante Nichtraucher, die jedem Nikotinjunky eine Predigt über Teer in der Lunge halten, aber die nächste Geschichte mit „boah, war ich voll gestern“ beginnen und dabei ihre Leber vergessen.

Willkommen im Jahr 2011.

Ein Ausflug nach Absurdistan – Aus dem Leben einer Chauffeurin Teil 2


Benzin wird immer teurer, Flugzeuge fallen vom Himmel und über die Bahn brauchen wir gar nicht erst zu reden. mitfahrgelegnheit.de ist beliebt wie nie.

In „Ein Ausflug nach Absurdistan – Aus dem Leben einer Chauffeurin“  habe ich mich schonhinreichend über die Vorteile dieser Plattform ausgelassen. Doch wie so oft, hat auch diese schöne Erfindung seine Schattenseiten. Der Schwachpunkt heißt auch hier „Mensch“.

Ich fahre hoch frequentierte Strecken. Entsprechend hoch ist auch die Telefon-klingel-Frequenz. Meist erhalten die ersten drei Anrufer den Zuschlag – soweit so gut. Leider muss ich im Gegenzug meist etwa zehn andere enttäuschen, denn sie können nicht mit dem Spaßexpress reisen. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn kurzfristig Mitfahrer abspringen. 1-2 Tage vorher finde ich meist noch Ersatz – 1-2 Stunden vorher leider nicht mehr. Und am wenigsten schön ist es, wenn man am Treffpunkt steht, wartet und keiner kommt. Vielen Dank liebe Egoisten, aber ihr macht dieses System kaputt. Das Prinzip, auf dem dieses Projekt ruht heißt nun mal Vertrauen. Ich verlasse mich darauf, dass ihr mit mir fahrt und ihr verlasst euch darauf, dass ich euch sicher und günstig transportiere. So aber wird mein Vertrauen missbraucht und meine Welt erschüttert – ihr macht das System kaputt!

Welche Optionen habe ich?

1. Vorkasse: Damit hat der Mitfahrer von vorn herein das Gefühl ihm wird misstraut. Ergo, fährt er erst gar nicht mit.

2. Preiserhöhung: So könnte ich ggf. den „Schaden“ abfangen. Leider ist man so nicht konkurrenzfähig – es fährt keiner mit.

3. Telefonterror: Alle Mitfahrer täglich anrufen und sich versichern lassen, dass die gemeinsame Fahrt zustande kommt. Aber ich bin doch nicht blöd 😉

4. Projekt beenden: Die dauerhafte Belastung der Nerven und das missbrauchte Vertrauen in die Menschheit zollen ihren Tribut. Soweit ist es noch nicht gekommen. Allerdings hoffe ich auch noch, dass das bislang nur kurze Ausreißer sind.

Ein kurzer Anruf tut nicht weh und es reißt euch auch keiner den Kopf ab, wenn es mal doch nicht klappt. So aber bitte nicht mehr!

Der iFluch


Als ich mal ein kleines, verträumtes, designverliebtes Mädchen war, hab ich mir einen iMac gewünscht. Ich hätte ihn gehegt und gepflegt, jeden Abend zärtlich gestreichelt und ihm einen Kuss aufs Glas gedrückt.

Begnügen musste ich mich mit einem lieblos gestalteten, grauen Kasten ohne funky Namen oder In-Label. Kein Apfel für Maddi.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2011 und nunmehr scheint mir das Äpfelchen schon fast als Erkennungsmerkmal für Menschen ohne Identität, dafür aber mit Profilneurose. Wo vorher nur Einsamkeit lauerte, kauern nun die Apfeljünger zusammen, plaudern über Apps und tauschen diese dann froh und munter aus. Man ist da schon ein elitärer Kreis. Wo unsereins „mit dem Laptop ins Bett“ geht, kuschelt man dort mit dem iPad unter der Decke. Während andere ihren MP3-Player in der Bahn verloren hat, dreht da der iPod Ehrenrunden über das Schienennetz. Und währen hier noch das Handy nach dem Netz sucht, hat dort das iPhone schon eins gefunden.

Schon irgendwie witzig, dass ein simples i für den einzelnen oder für eine Gruppe im speziellen so wichtig werden kann.

Ich habe Laptop, Handy und MP3-Player und finde die auch ohne i echt in Ordnung. Und mal unter uns Nerds, ich würde euch genau so lieb haben, wenn ihr statt über euer iPhone, mal wieder nur über euer Handy sprechen würdet, denn für mich wertet ihr euch damit nicht auf, ganz im Gegenteil, der Hype geht mir gehörig auf den Sack!

Typisch Frau


Da ich vor rund zwölf Stunden bei Dingen die mir auf den Sack gehen war, muss ich nochmal etwas los werden.

Ständig höre ich von allen Seiten, dass ich so gar nicht „typisch Frau“ bin. Dieses Schubladendenken geht mir völlig auf den Sack!

Ich trinke gerne Bier – gar nicht typisch Frau. Eine Umfrage unter Kneipenbetreibern ergab, dass ebensoviele Männer wie Frauen Bier bestellen.

Ich geh nicht gerne shoppen – gar nicht typisch Frau. Ich hasse dämliche utzutzutz-„Musik“, schwitzende Körper, die sich um Kleiderständer drängen, anstehen an Umkleidekabinen und die überwältigende Auswahl an Nonkonformistenuniformen für Frauen, die nicht größer als ein Gartenzwerg sind, mehr Kurven als der Nürburgring haben und statt Schuhen gerne mal einen 4er-Bob tragen müssten.

Ich brauche morgens nicht zwei Stunden zum schminken – gar nicht typisch Frau. Ich nutze die Zeit, die ich mir dadurch spare zum schlafen. Ich bilde mir ein, dass ich bessere Arbeit abliefere, wenn ich ausgeschlafen bin, als wenn ich den perfekten Lidstrich habe. Mag verrückt klingen, ist aber so.

Ich kann gut Auto fahren und sogar Einparken – gar nicht typisch Frau. Ach bitte, das ist noch nichtmal die Argumentation wert.

Jedes Mal, wenn ich das zu hören bekomme, möchte ich mich auf den Boden werfen und schreien. Das ist nämlich typisch Kind.

Wenn ihr einen Einbeinigen seht, sag ihr ihm doch auch nicht, dass das gar nicht typisch Mensch ist. Genießt mich so wie ich bin, solange ihr es könnt, ich bin nämlich nachtragend und das – jawohl – ist typisch Frau!